{"id":28263,"date":"2018-09-24T10:44:44","date_gmt":"2018-09-24T08:44:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.naturalscience.org\/?p=28263"},"modified":"2019-02-03T17:56:24","modified_gmt":"2019-02-03T16:56:24","slug":"cannabis-keine-harmlose-wundermedizin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.naturalscience.org\/de\/news\/2018\/09\/cannabis-keine-harmlose-wundermedizin\/","title":{"rendered":"Cannabis &#8211; keine harmlose Wundermedizin"},"content":{"rendered":"<p>Gem\u00e4\u00df dem UN-Weltdrogenbericht 2017 konsumieren weltweit 183 Millionen Menschen Cannabis, Tendenz steigend, <strong>womit Cannabis mit Abstand die meistgebrauchte illegale Droge ist.<\/strong> Cannabis wird in Form von Marihuana (getrocknete Bl\u00fctenst\u00e4nde und Bl\u00e4tter), Haschisch (Harz der Bl\u00fcten, gemischt mit Pflanzenteilen) oder Haschisch\u00f6l (dickfl\u00fcssiges Extrakt aus dem Harz) verwendet. <strong>Die Altersgruppe mit dem h\u00f6chsten Konsum sind junge Erwachsene und Jugendliche;<\/strong> in Europa sind 70% der Personen, die t\u00e4glich oder fast t\u00e4glich Cannabis einnehmen, zwischen 15 und 34 Jahre alt.<sup>1<\/sup><br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-28273 alignleft\" src=\"https:\/\/www.naturalscience.org\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/AdobeStock_140475961-300x200.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" \/>Cannabis, so die biologische Bezeichnung f\u00fcr die Hanfpflanze, ist eine der \u00e4ltesten Kulturpflanzen der Welt und erlebt gerade einen wahren Boom. \u00c4hnlich dem \u201eGold Rush\u201c im 19. Jahrhundert findet zurzeit gewissermassen ein \u201eGreen Rush\u201c statt. Betrug der Umsatz durch legalen Marihuana-Verkauf in den USA im Jahr 2014 noch zwischen 2,2 und 2,6 Milliarden Dollar, wird 2018 mit einem Anstieg auf 8 Milliarden gerechnet.<sup>2<\/sup> Eine S\u00e4ttigung des Marktes ist erst ab 110 Milliarden Dollar Umsatz zu erwarten. (Im Vergleich: Der Gesamtumsatz an Zigaretten in den USA betr\u00e4gt nur gerade einen Viertel des Marihuana-Umsatzes.)<sup>3<\/sup><br \/>\nCannabis wird im Allgemeinen als \u201eweiche Droge\u201c mit vernachl\u00e4ssigbaren, reversiblen Nebenwirkungen wahrgenommen, die nicht abh\u00e4ngig mache und keine Fremdgef\u00e4hrdung darstelle, weshalb ein Verbot unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig sei. Mehr noch, Cannabis gilt als potente Heilpflanze, die bei Krebs, Multipler Sklerose, Schmerzen, Epilepsie und vielen weiteren Krankheiten und Beschwerden wahre Wunder wirken soll. Daher steigt in vielen L\u00e4ndern der Druck auf den Gesetzgeber, Cannabis zu legalisieren (oder es wurde bereits legalisiert). Und w\u00e4hrend es stimmt, dass Cannabis eine wertvolle, vielseitig einsetzbare Nutzpflanze ist und durchaus medizinisches Potential hat, ist sie <strong>keineswegs harmlos, sondern stellt insbesondere f\u00fcr jene Altersgruppe mit dem h\u00f6chsten Konsum &#8211; die Jugend &#8211; eine Gef\u00e4hrdung dar.<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Cannabis wirkt aufs Nervensystem &#8211; Die Langzeitwirkungen sind unbekannt<\/em><\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-28272 alignleft\" src=\"https:\/\/www.naturalscience.org\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/AdobeStock_15357387-200x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" \/>Die Cannabis-Pflanze enth\u00e4lt mehrere Hundert chemische Substanzen, mindestens 80 davon sind sogenannte Cannabinoide, wovon Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) in den st\u00e4rksten Konzentrationen vorkommen. Cannabinoide interagieren mit dem k\u00f6rpereigenen Endocannabinoid-System, welches unter anderem Entspannung, Nahrung, Schlaf und Ged\u00e4chtnis beeinflusst. Sie <strong>durchdringen die Blut-Gehirn-Schranke<\/strong> und wirken an den Cannabinoid-Rezeptoren im menschlichen Gehirn, <strong>womit sie direkt ins Zentralnervensystem eingreifen<\/strong>. W\u00e4hrend vor allem CBD f\u00fcr die medizinischen Wirkungen verantwortlich ist und nicht berauscht, sorgt THC daf\u00fcr, dass man \u201ehigh\u201d wird. THC und CBD sind Gegenspieler. Sie werden aus derselben Ursubstanz gebildet und k\u00f6nnen gegenseitig ihre Wirkungen ausgleichen beziehungsweise aufheben. W\u00e4hrend vor wenigen Jahrzehnten das Verh\u00e4ltnis von THC zu CBD ungef\u00e4hr 10:1 betrug, mit einem THC-Gehalt von unter 3%, ist das Verh\u00e4ltnis in heutigen Z\u00fcchtungen 100:1, wobei der THC-Gehalt mittlerweile sogar schon 30% \u00fcbersteigt.<sup>4<\/sup> <strong>Das heutige Cannabis hat also seine nat\u00fcrliche Balance bez\u00fcglich des THC-CBD-Gehalts verloren<\/strong> und l\u00e4sst sich deshalb mit dem einstigen Heilmittel der alten Chinesen oder \u00c4gypter oder mit dem Joint der \u201eBlumenkinder\u201d \u00fcberhaupt nicht mehr vergleichen.<br \/>\nDa das Verh\u00e4ltnis von CBD zu THC dar\u00fcber bestimmt, ob ein Cannabis-Pr\u00e4parat therapeutisch oder psychoaktiv wirkt<sup>5<\/sup>, m\u00fcsste, wer auf eine medizinische Anwendung von Cannabis pocht, folglich Produkte mit einem hohen CBD- und tiefen THC-Wert verlangen.<sup>6<\/sup> In der Praxis wird aber vor allem der legale Anbau zwecks Selbstmedikation gefordert, was die Frage aufwirft, <strong>ob es den Bef\u00fcrwortern einer Legalisierung nicht doch in erster Linie um das \u201eRecht auf Rausch\u201d geht<\/strong>. Bei der Selbstmedikation hat der Konsument kaum eine Ahnung davon, wie viel THC bzw. CBD er zu sich nimmt. Bislang ist keine letale Dosis f\u00fcr Cannabis bekannt, die Gefahr einer \u00dcberdosierung besteht allerdings sehr wohl, insbesondere dann, wenn Cannabis nicht geraucht oder inhaliert wird (was die h\u00e4ufigsten Formen den Konsums sind), sondern oral, also in Nahrungsmitteln, aufgenommen wird, wodurch sich die Wirkung verz\u00f6gert. <strong>Tatsache ist auch, dass man \u00fcber die Wirkung der meisten Substanzen in der Cannabis-Pflanze bis dato nichts wei\u00df.<\/strong> So sind die Langzeit-Effekte von Cannabis noch kaum erforscht<sup>7<\/sup>, und selbst bei CBD-Produkten, die mittlerweile in vielen L\u00e4ndern legal gehandelt werden d\u00fcrfen, wei\u00df man weder \u00fcber die Wirkung noch \u00fcber die Risiken von CBD wirklich Bescheid.<sup>8<\/sup><\/p>\n<p><strong><em>Cannabis kann Psychosen ausl\u00f6sen &#8211; Wen es trifft, wei\u00df keiner<\/em><\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-28274 alignright\" src=\"https:\/\/www.naturalscience.org\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/AdobeStock_180535067-300x199.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" \/><\/p>\n<p>Hingegen <strong>zeigen Untersuchungen der vergangenen 30 Jahre, dass ein direkter Zusammenhang zwischen dem Konsum von Cannabis und der Entstehung von Psychosen besteht.<\/strong><sup>9<\/sup> Wie alle Substanzen mit Suchtpotential wirkt Cannabis auf das Belohnungszentrum des Gehirns ein und stimuliert dort den Aussto\u00df von Dopamin, einem Neurotransmitter, der ein Gl\u00fccksgef\u00fchl bewirkt und auch f\u00fcr die Motivation verantwortlich ist. Der Dopaminaussto\u00df im Gehirn durch Drogen ist um ein Vielfaches h\u00f6her als die Dopaminaussch\u00fcttung, die durch nat\u00fcrliche Verhaltensweisen wie beispielsweise Sex stattfindet. Aus diesem Grund wird behauptet, dass Cannabis das Wohlbefinden steigere. Der Konsum von Cannabis kann nun die Dopamin-Konzentration im Gehirn so stark erh\u00f6hen, dass der Gehirnstoffwechsel aus dem Gleichgewicht ger\u00e4t. In der Folge kann es zur Psychose kommen, die sich beispielsweise durch das H\u00f6ren von Stimmen, Halluzinationen, Paranoia, Verwirrtheit, Zerfahrenheit und Konzentrationsst\u00f6rungen manifestiert. Bleiben die Symptome auch nach dem Abbau der eingenommenen Substanz durch den K\u00f6rper bestehen, spricht man von einer chronischen Psychose, auch Schizophrenie genannt. Die Behandlung von schizophrenen Patienten kostet viel Geld, allein in den USA machen die Behandlungskosten pro Jahr rund 63 Milliarden Dollar aus.<sup>10<\/sup> Kosten, die der Staat &#8211; also der Steuerzahler &#8211; begleicht. <strong>Je h\u00f6her der THC-Anteil im Cannabis, desto gr\u00f6\u00dfer ist die Gefahr, eine Psychose zu entwickeln.<\/strong> Zwar stimmt es, dass dies vor allem auf Menschen zutrifft, die eine entsprechende genetische Veranlagung haben. Doch wer wei\u00df schon, ob er zu dieser Bev\u00f6lkerungsgruppe geh\u00f6rt oder nicht? <strong>Das Risiko, an einer Schizophrenie zu erkranken, erh\u00f6ht sich jedoch bei Cannabiskonsum um 37%.<\/strong><sup>11<\/sup><\/p>\n<p><strong><em>Junge Menschen sch\u00e4digen durch Cannabis ihr Gehirn unwiederbringlich<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Wer regelm\u00e4\u00dfig und jahre- oder gar jahrzehntelang Cannabis zu sich nimmt, l\u00e4uft au\u00dferdem Gefahr, sich sprichw\u00f6rtlich \u201edas Hirn wegzukiffen\u201d, wie es im Volksmund hei\u00dft. <strong>Menschen, die schon im Jugendalter mit dem Kiffen beginnen, b\u00fc\u00dfen innert 20 Jahren rund 10% ihrer Intelligenz ein.<\/strong> Weil bei st\u00e4ndigem Dopamin-\u00dcberschuss das Gehirn im Bem\u00fchen einer Selbstregulierung beginnt, Dopamin-Rezeptoren abzubauen bis zu dem Punkt, dass die Hirnzellen absterben, <strong>kann es zu dauerhaften Einbu\u00dfen der Gehirnleistung kommen<\/strong>. Da die Gehirnreifung erst ungef\u00e4hr im 25. Altersjahr abgeschlossen ist, <strong>ist das Risiko f\u00fcr Jugendliche besonders hoch, ihr Gehirn und dessen Entwicklung<sup>12<\/sup> durch den Konsum von Cannabis irreversibel zu sch\u00e4digen.<\/strong> Dabei besteht ein direkter Zusammenhang zwischen dem Einstiegsalter, der Dauer und Menge des Konsums und der Sch\u00e4digung des Gehirns. Oder etwas plakativ formuliert: Je fr\u00fcher und h\u00e4ufiger jemand Cannabis konsumiert, desto gef\u00e4hrlicher ist es f\u00fcr seine Gesundheit. Auch beim F\u00f6tus, also wenn w\u00e4hrend einer Schwangerschaft Cannabis konsumiert wird, ist die Gehirnentwicklung beeintr\u00e4chtigt, unumkehrbare Funktionsst\u00f6rungen k\u00f6nnen die Folge sein.<sup>4<\/sup><\/p>\n<p><strong><em>Cannabis-Rauch ver\u00e4ndert die DNA &#8211; Keine Fremdgef\u00e4hrdung?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Zu den erw\u00e4hnten m\u00f6glichen Auswirkungen des Cannabiskonsums wie <strong>Psychosen, Schizophrenie, verminderte Gehirnentwicklung und Einbu\u00dfen bei der Gehirnleistung, Ged\u00e4chtnis- und Konzentrationsst\u00f6rungen oder Lernprobleme gesellen sich eine verminderte Leistungsf\u00e4higkeit, Beeintr\u00e4chtigungen des Kreislauf- und Immunsystems sowie der Fortpflanzung und Sexualit\u00e4t, ein erh\u00f6htes Schlaganfall- und Herzinfarkt-Risiko sowie Lungenerkrankungen wie COPD.<\/strong> Eine Reihe dieser Erkrankungen steht selbstverst\u00e4ndlich in direktem Zusammenhang damit, dass Cannabis vorwiegend zusammen mit Tabak zur Zigarette gedreht und geraucht wird, wodurch zur Wirkung des Cannabis die hinl\u00e4nglich bekannten Auswirkungen des Tabakmissbrauchs hinzukommen, umso mehr, als die meisten Cannabis-Raucher in den selbstgedrehten Joints keinen Filter einsetzen, um die volle THC-Wirkung zu erhalten. Da Cannabis bei viel h\u00f6heren Temperaturen als Tabak verbrennt, bilden sich sogar noch mehr Giftstoffe.<sup>4<\/sup> Die Behauptung, der Konsum via Wasserpfeife (Bong) sei weniger sch\u00e4dlich, weil das Wasser den Rauch \u201ereinige\u201d, ist ein reines M\u00e4rchen. Der Rauch wird einzig abgek\u00fchlt, was das Rauchen einfacher macht. Hingegen entspricht ein einziger Zug an der Wasserpfeife fast dem Rauchvolumen einer ganzen Zigarette, was die Wasserpfeife sogar noch sch\u00e4dlicher macht.<sup>13<\/sup> Auch die Einnahme via Verdampfer ist keineswegs harmlos, da diese ebenfalls die Gehirnentwicklung einschr\u00e4nken und den K\u00f6rper mit Giftstoffen belasten k\u00f6nnen.<sup>14<\/sup> Wissenschaftler fanden auch <strong>DNA-ver\u00e4ndernde und m\u00f6glicherweise krebsf\u00f6rdernde Auswirkungen durch das Einatmen von Cannabis-Rauch<sup>15<\/sup><\/strong>, womit sich mit Blick auf das Passivrauchen auch die Frage stellt, ob tats\u00e4chlich keine Fremdgef\u00e4hrdung durch das Cannabis-Rauchen vorliegt, wie st\u00e4ndig behauptet wird. Dies gilt \u00fcbrigens auch f\u00fcr das durch Cannabis-Konsum erh\u00f6hte Risiko f\u00fcr Unf\u00e4lle. Cannabis verbleibt viel l\u00e4nger im K\u00f6rper als Alkohol, weshalb beispielsweise das <strong>Risiko f\u00fcr einen Autounfall mit Todesfolge sogar h\u00f6her ist als unter Einfluss von Antidepressiva oder opiathaltigen Substanzen<\/strong>.<sup>4<\/sup><\/p>\n<p><em><strong>Liberalisierung erweckt den Anschein von Harmlosigkeit &#8211; Jugendliche konsumieren mehr<\/strong><\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-28275 alignleft\" src=\"https:\/\/www.naturalscience.org\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/AdobeStock_137245968-klein-300x200.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.naturalscience.org\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/AdobeStock_137245968-klein-300x200.jpeg 300w, https:\/\/www.naturalscience.org\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/AdobeStock_137245968-klein-768x512.jpeg 768w, https:\/\/www.naturalscience.org\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/AdobeStock_137245968-klein-1024x683.jpeg 1024w, https:\/\/www.naturalscience.org\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/AdobeStock_137245968-klein-164x109.jpeg 164w, https:\/\/www.naturalscience.org\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/AdobeStock_137245968-klein-400x267.jpeg 400w, https:\/\/www.naturalscience.org\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/AdobeStock_137245968-klein-500x333.jpeg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Immer wieder wird im Zusammenhang mit einer Liberalisierung von Cannabis auch der Jugendschutz erw\u00e4hnt, der ja gegeben sei und diese besonders gef\u00e4hrdete Altersgruppe somit sch\u00fctze. Die Zahlen aus L\u00e4ndern, wo eine solche Liberalisierung und Legalisierung bereits stattgefunden hat, zeichnen allerdings ein anderes Bild.<strong> Jugendliche konsumieren in L\u00e4ndern mit einer liberaleren Cannabispolitik deutlich mehr als in L\u00e4ndern mit einer restriktiven Gesetzgebung, und wo der Handel mit sogenanntem medizinischen Cannabis erlaubt ist, steigt vor allem auch der Konsum von Marihuana bei Minderj\u00e4hrigen.<\/strong><sup>4,1<\/sup> Aus diesem Grund spricht sich beispielsweise die Amerikanische Akademie f\u00fcr Kinderheilkunde gegen eine Legalisierung von Cannabis aus. Cannabis f\u00fcr Erwachsene einfacher erh\u00e4ltlich zu machen, erh\u00f6he auch f\u00fcr Kinder und Jugendliche den Zugang. Nur schon die Kampagnen, Cannabis zu legalisieren, h\u00e4tten den Effekt, dass Jugendliche Cannabis als ungef\u00e4hrliche und harmlose Substanz wahrn\u00e4hmen und h\u00e4ufiger konsumieren w\u00fcrden, was einen verheerenden Einfluss auf ihre lebenslange Entwicklung und Gesundheit haben k\u00f6nne.<sup>16<\/sup> <strong>Denn es ist l\u00e4ngst erwiesen, dass zwischen der Wahrnehmung der Harmlosigkeit einer Substanz und der Konsumfreudigkeit ein direkter Bezug herrscht.<\/strong><sup>4<\/sup><br \/>\n<strong>Auch besteht sehr wohl das Risiko, eine Cannabis-Abh\u00e4ngigkeit zu entwickeln.<\/strong> Ungef\u00e4hr 9% der Personen, die mit Marihuana experimentieren werden abh\u00e4ngig. Der Anteil erh\u00f6ht sich auf eine von sechs Personen, wenn schon im Jugendalter mit dem Konsum begonnen wurde, bei t\u00e4glichem Konsum sind es zwischen 25 bis 50%.<sup>17<\/sup> Sowohl in Deutschland wie in der Schweiz hat die Anzahl der Personen, die aufgrund eines Hauptproblems mit Cannabis eine ambulante oder station\u00e4re Behandlung oder Suchthilfe ben\u00f6tigen stetig zugenommen. In der Schweiz sind mehr Menschen wegen einer Cannabis-Abh\u00e4ngigkeit als aufgrund einer Opioid-Abh\u00e4ngigkeit in Behandlung<sup>18<\/sup> und bei unter 25-j\u00e4hrigen Deutschen ist Cannabis unterdessen ebenfalls Hauptgrund Nummer 1.<sup>4<\/sup> Dabei gilt es sich immer daran zu erinnern, dass die Differenzierung zwischen harten und weichen Drogen f\u00fcr unseren K\u00f6rper irrelevant ist. Unser Gehirn unterscheidet nicht, wovon man abh\u00e4ngig ist; Droge ist Droge. Der Ausstieg aus der Cannabis-Abh\u00e4ngigkeit ist allerdings nicht einfach, in erster Linie deshalb, weil Cannabis die von Abh\u00e4ngigen am positivsten behaftete Droge ist und als harmlos gilt. Im Gegensatz zu beispielsweise Alkohol-, Heroin- oder auch Nikotinabh\u00e4ngigen, sehen Cannabis-Abh\u00e4ngige deshalb ihre Droge nicht als Problem und sind daher oft nur schwer zu einer v\u00f6lligen Abstinenz zu bewegen.<sup>4<\/sup><\/p>\n<p><strong><em>Im Zweifel f\u00fcr den Angeklagten &#8211; nicht bei Cannabis!<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die Cannabispflanze zu verteufeln und entsprechende Forschung zu verunm\u00f6glichen, ist wohl der falsche Weg. Ob wir es uns allerdings erlauben k\u00f6nnen, durch die Freigabe dieser Droge den Anschein von Harmlosigkeit zu erwecken und zuzulassen, dass insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene durch den Konsum von Cannabis ma\u00dfen- und dauerhaft ihr Gehirn sch\u00e4digen mit allen gesellschaftlichen und \u00f6konomischen Konsequenzen, die Verdummung, Arbeitsunf\u00e4higkeit und Abh\u00e4ngigkeit mit sich bringen, ist mehr als fraglich. Um es mit den Worten von Dr. Sharon Levy, Vorsitzende des Komitees f\u00fcr Drogenmissbrauch der Amerikanischen Akademie f\u00fcr Kinderheilkunde, zu sagen: \u201eEs hat mehrere Generationen gedauert und Millionen von Leben und Milliarden von Dollar gekostet, um die sch\u00e4dlichen Auswirkungen von Tabak auf die Gesundheit festzustellen, obwohl diese Sch\u00e4den erdr\u00fcckend hoch sind. <strong>Wir sollten Marihuana, angesichts dessen, was wir bereits \u00fcber seine Sch\u00e4dlichkeit f\u00fcr Heranwachsende wissen, nicht als harmlos betrachten, bis wir es anders beweisen k\u00f6nnen.\u201d<\/strong><sup>16<\/sup><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quellen:<br \/>\n1)<a href=\"http:\/\/www.unodc.org\/wdr2017\/field\/Booklet_3_Plantbased.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> http:\/\/www.unodc.org\/wdr2017\/field\/Booklet_3_Plantbased.pdf<\/a><br \/>\n2) <a href=\"http:\/\/www.forbes.com\/sites\/caroltice\/2015\/02\/05\/why-legal-cannabis-is-2015s-best-startup-opportunity\/#1d40bf55a4a7\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.forbes.com\/sites\/caroltice\/2015\/02\/05\/why-legal-cannabis-is-2015s-best-startup-opportunity\/#1d40bf55a4a7<\/a><br \/>\n3) <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/international\/business\/pot-becomes-big-business-as-states-legalize-cannabis-a-977628.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.spiegel.de\/international\/business\/pot-becomes-big-business-as-states-legalize-cannabis-a-977628.html<\/a><br \/>\n4) Dr. Yazdi, Kurosch (2017): Die Cannabis-L\u00fcge. Schwarzkopf &amp; Schwarzkopf.<br \/>\n5) Koppel BS, Brust JC, Fife T, Bronstein J, Youssof S, Gronseth G, Gloss D (April 2014). &#8222;Systematic review: efficacy and safety of medical marijuana in selected neurologic disorders: report of the Guideline Development Subcommittee of the American Academy of Neurology&#8220;. Neurology. 82 (17): 1556\u201363.<br \/>\n6) Iseger TA, Bossong MG (March 2015). &#8222;A systematic review of the antipsychotic properties of cannabidiol in humans&#8220;. Schizophrenia Research. 162 (1\u20133): 153\u201361. \/ Sachs J, McGlade E, Yurgelun-Todd D (October 2015). &#8222;Safety and Toxicology of Cannabinoids&#8220;. Neurotherapeutics. 12 (4): 735\u201346.<br \/>\n7) Whiting PF, Wolff RF, Deshpande S, Di Nisio M, Duffy S, Hernandez AV, Keurentjes JC, Lang S, Misso K, Ryder S, Schmidlkofer S, Westwood M, Kleijnen J (23 June 2015). &#8222;Cannabinoids for Medical Use: A Systematic Review and Meta-analysis&#8220;. JAMA. 313 (24): 2456\u201373.<br \/>\n8) Factsheet CBD, Sucht Schweiz, August 2017.<br \/>\n9) Gage SH, Hickman M, Zammit S. Association between cannabis and psychosis: epidemiologic evidence. Biol Psychiatry 2016; 79: 549\u2013556. \/ Moore TH, Zammit S, Lingford-Hughes A, Barnes TR, Jones PB, Burke M et al. Cannabis use and risk of psychotic or affective mental health outcomes: a systematic review. Lancet 2007; 370: 319\u2013328.<br \/>\n10) McEvoy JP. The costs of schizophrenia. J Clin Psychiatry 2007; 14: 4\u20137.<br \/>\n11) J. Vaucher, B. J. Keating, A. M. Lasserre, W. Gan, D. M. Lyall, J. Ward, D. J. Smith, J. P. Pell, N. Sattar, G. Par\u00e9, M. V. Holmes: Cannabis use and risk of schizophrenia: a Mendelian randomization study. In: Molecular psychiatry. Januar 2017 (<a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/mp2016252\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.nature.com\/articles\/mp2016252<\/a>)<br \/>\n12) French L, Gray C, Leonard G, Perron M, Pike GB, Richer L et al. Early cannabis use, polygenic risk score for schizophrenia and brain maturation in adolescence. JAMA Psychiatry 2015; 72: 1002\u20131011.<br \/>\n13) <a href=\"https:\/\/tobaccoatlas.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.tobaccoatlas.org<\/a><br \/>\n14) <a href=\"https:\/\/www.naturalscience.org\/de\/news\/2017\/02\/der-amerikanische-gesundheitsminister-e-zigaretten-sind-gefaehrlich-fuer-junge-menschen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.naturalscience.org\/de\/news\/2017\/02\/der-amerikanische-gesundheitsminister-e-zigaretten-sind-gefaehrlich-fuer-junge-menschen\/<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.naturalscience.org\/videos\/?t=112#22905\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.naturalscience.org\/videos\/?t=112#22905<\/a><br \/>\n15)<a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/19449825\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/19449825<\/a> Evaluation of the DNA damaging potential of cannabis cigarette smoke by the determination of acetaldehyde derived N2-ethyl-2&#8242;-deoxyguanosine adducts.<br \/>\n16) <a href=\"https:\/\/www.aap.org\/en-us\/about-the-aap\/aap-press-room\/Pages\/American-Academy-of-Pediatrics-Reaffirms-Opposition-to-Legalizing-Marijuana-for-Recreational-or-Medical-Use.aspx\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.aap.org\/en-us\/about-the-aap\/aap-press-room\/Pages\/American-Academy-of-Pediatrics-Reaffirms-Opposition-to-Legalizing-Marijuana-for-Recreational-or-Medical-Use.aspx<\/a><br \/>\n17) Volkow ND, Baler RD, Compton WM, Weiss SR (June 2014). &#8222;Adverse health effects of marijuana use&#8220;. The New England Journal of Medicine. 370 (23): 2219\u201327.<br \/>\n18) Im Fokus &#8211; Cannabis. Sucht Schweiz, Lausanne 2018.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Gem\u00e4\u00df dem UN-Weltdrogenbericht 2017 konsumieren weltweit 183 Millionen Menschen Cannabis, Tendenz steigend, womit Cannabis mit Abstand die meistgebrauchte illegale Droge ist. Cannabis wird in Form von Marihuana (getrocknete Bl\u00fctenst\u00e4nde und Bl\u00e4tter), Haschisch (Harz der Bl\u00fcten, gemischt mit Pflanzenteilen) oder Haschisch\u00f6l (dickfl\u00fcssiges Extrakt aus dem Harz) verwendet. 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