Ein Hoch auf die Bäume!

„Um als Nation zu existieren, um als Staat zu gedeihen, um als Volk zu leben, brauchen wir Bäume.“ Diese Aussage wird in der Regel Theodor „Teddy“ Roosevelt (1858-1919), dem 26. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika zugeschrieben. Roosevelt gilt als einer der wichtigsten Begründer einer modernen Naturschutzpolitik, der die Natur zwar nutzen, jedoch nicht ausbeuten wollte. Dass es ihm ernst war, belegt die Tatsache, dass während Roosevelts Präsidentschaft rund 93 Millionen Hektar Land unter Schutz gestellt wurden, wobei fünf Nationalparks, 18 National Monuments (z. B. das Mount Olympus National Monument, das heute auch ein Nationalpark ist) sowie 150 National Forests (z. B. Sequioa National Forest) entstanden.

Zweifellos ist jedem klar, wie unverzichtbar Bäume für unser Überleben sind, denken wir an Sauerstoffproduktion sowie CO2-Bindung und -Speicherung. Laubwälder produzieren jedes Jahr ganze fünfzehn Tonnen Sauerstoff pro Hektar, Nadelwälder kommen sogar auf dreißig Tonnen. Auch ihre Rolle bei der Regulierung des Klimas und Wasserkreislaufs ist mittlerweile vielen Menschen bekannt. Und wer ist an einem heißen Sommertag nicht dankbar für die Kühlung und den Schatten, den die Baumkronen spenden?

Vertiefen wir uns noch weiter in dieses Thema, wird schnell klar, dass der Mensch ohne die Bäume kaum überlebensfähig wäre. Die Liste an Nahrungsmitteln, die wir den Bäumen verdanken, ist schier endlos und reicht von der Avocado über die Feige und die Mirabelle bis hin zur Zwetschge und Zitrone. Auch Öle, Süßstoffe wie Ahornsirup oder Kokosblütenzucker, Mehle (zum Beispiel aus der Edelkastanie) oder Kuhmilchalternativen (Mandeln, Kokosnuss) verdanken wir den Bäumen. Und die heiße Schokolade oder den morgendlichen Kaffee würden wohl viele vermissen!

Bäume liefern Holz für Möbel und Häuser, doch auch für Treppen, Böden, Eisenbahnschwellen, Lawinenverbauungen, Brücken oder alltägliche Gegenstände wie Bürsten, Besen oder Gartenwerkzeuge. Wälder reinigen das Wasser und die Luft, bremsen starke Winde ab und verhindern Bodenerosion. Holz liefert uns Energie in Form von Brennholz, Holzschnitzeln oder Holzkohle, und Bücher (und damit auch Wissen!) hätten sich niemals so schnell verbreitet, hätte nicht ein kluger Kopf nach dem Buchdruck auch noch die industrielle Papierproduktion erfunden! Und sind wir nicht dankbar, dass wir auch im Bad auf Produkte wie Toilettenpapier, Taschen- und Kosmetiktücher zurückgreifen können?

Apropos Papier: Unterschätzen wir keinesfalls die Bedeutung der Bäume für die kulturellen Entwicklungen der Menschheit. Hätten Goethe und Shakespeare noch auf Wachstafeln schreiben müssen, wer weiss, ob ihre Werke je fertig geworden wären… Weder die Klavierkonzerte von Chopin noch von Rachmaninow hätten je unsere Herzen bewegt, und dasselbe gilt für manch anderes musikalisches Kunstwerk, denn auch Saiten-, Zupf- und Blasinstrumente entfalten ihren Zauber durch den Werkstoff Holz. Was wäre mit Gemälden, Schnitzereien, Drechslerarbeiten, Skulpturen oder sogar Spielsachen? Und auch wenn man ihn immer öfter sieht: der Weihnachtsbaum aus Plastik kann es weder in Sachen Schönheit, noch Duft oder Würde mit dem Original aufnehmen.

Zu guter Letzt vergessen wir auch nicht die Bedeutung der Bäume für unsere Gesundheit. Ob aus Harz, Blüten, Blättern, Rinde oder Wurzeln, unzählige Wirkstoffe für Heiltees, Öle, Medikamente oder sogar Bachblüten stammen vom Baum. Allein schon wenn wir im Wald spazieren oder im Garten unter einem Baum sitzen, stärken die Terpene von Nadelbäumen unser Immunsystem und beruhigen unsere grünen Freunde die gereizten Sinne.

Mehr als genug Gründe also, den Bäumen am diesjährigen Tag des Baumes (24. April) von Herzen „Danke“ zu sagen!

https://www.naturalscience.org/de/news/2026/04/ein-hoch-auf-die-baeume/