Süßholzextrakt – eine Therapieoption für COVID-19-Erkrankungen

In der Berichterstattung über COVID-19 fehlen die wichtigen Hinweise zur Gesundheitsprävention, einer gesunden Ernährungs- und Lebensweise sowie zur Stärkung des Immunsystems durch naturheilkundliche Mittel leider fast vollständig.

Die einzigen Optionen, welche derzeit zur Prävention und Behandlung der COVID-19-Erkrankung und ihrer Symptome genannt werden, sind diverse pharmazeutische Wirkstoffe wie Chloroquin (ein Malariamittel), Immunmodulatoren oder zukünftige, noch zu entwickelnde, Impfstoffe gegen den Erreger SARS-CoV-2 (Severe acute respiratory syndrome coronavirus 2). Diese Anwendungen sind wie bei allen pharmazeutischen Medikamenten immer mit Nebenwirkungen behaftet. Über die vielfältigen und gut erforschten Möglichkeiten zur effektiven Gesundheitsprävention und naturgemässen Stärkung unseres Immunsystems wird jedoch kaum ein Wort verloren. Gräbt man in der Welt der Wissenschaft und der Studien einmal etwas tiefer, kommen viele Daten zum Vorschein, welche den natürlichen Heilmitteln erhebliches Potenzial zur Vorbeugung und Behandlung von viralen Erkrankungen attestieren.

Die Verwandtschaft des aktuellen Coronavirus mit viralen Erkrankungen der vergangenen 15 Jahre wie SARS oder MERS ist die Zugehörigkeit zur Erregerfamilie der Coronaviren. Das SARS-Coronavirus (SARS-CoV) wurde 2003 ebenfalls in China als ein von Tieren übertragenes Virus identifiziert, nachdem in der südchinesischen Provinz Guangdong 2002 erste Erkrankungen vermeldet worden waren. MERS-CoV (Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus) trat 2012 erstmalig im Gebiet des mittleren Ostens auf. Als Viren-Überträger wurden damals Dromedare angesehen.

Sowohl bei SARS wie auch bei MERS zeigten Erkrankte ähnliche Symptome wie die aktuell an COVID-19 erkrankten Personen. Typische Symptome sind bei allen drei Erkrankungen Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber, zudem leiden einige Betroffene auch an Durchfall. Bei einem kleinen Teil der Betroffenen kann es zu Atemproblemen und Lungenentzündung kommen, die sich dann bei wenigen, in der Regel bereits geschwächten Patienten, zu einem lebensbedrohlichen Lungenversagen verstärken kann.

Süßholzwurzel: Nachweislich gute Wirkung bei Coronaerkrankungen, und heute doch kein Thema!
In der Behandlung von Corona-induzierten Atemwegssymptomen ist neben den typischen allgemeinmedizinischen Ansätzen die Anwendung von Süßholzwurzel unbedingt zu erwähnen. Der Wirkstoff Glycyrrhizinsäure kommt natürlicherweise in der Wurzel der Süßholzpflanze vor und wird passenderweise auch Süßholzzucker genannt. Er findet u.a. bei der Herstellung von Lakritze Verwendung. Süßholzwurzel wirkt aufgrund der darin enthaltenen Saponine, vor allem der Glycyrrhizinsäure, auswurffördernd, schleimverflüssigend und schleimlösend. Bei Süßholzextrakten wurde auch eine Wirkung gegen Bakterien und Pilze nachgewiesen. Typische Anwendungsgebiete sind dementsprechend Husten, Bronchialkatarrh und andere Erkrankungen der oberen Atemwege.

Studien in Zusammenhang mit dem damaligen Vogelgrippevirus (H5N1) belegen, dass Glycyrrhizinsäure viral-zellschädigende Effekte hemmen kann. Auch bei SARS wurde die Wirkung von Süßholzextrakt zur Behandlung der Symptome untersucht. „Die Welt” titelte am 23. Juni 2003 daher: „In Lakritze steckt der SARS-Stopper” [1]! Dieselben Aussagen finden wir auch in der Ausgabe der deutschen Pharmazeutischen Zeitung [2].
Glycyrrhizinsäure kann, wie übrigens auch Melisse, die Vermehrung der SARS-Viren wirksam hemmen und stellt somit eine wichtige Therapieoption dar [3]. Im Gegensatz dazu konnten klassische antivirale Mittel wie z. B. Tamiflu mit dem Wirkstoff Oseltamivir keine ausreichende Wirksamkeit erzielen.
Die nahe Verwandtschaft zu SARS und MERS macht eine ähnliche Wirkung bei den aktuellen COVID-19-Erkrankungen sehr wahrscheinlich.

Darüber hinaus gibt es weitere Erkenntnisse zu den Wirkungen von Süßholzextrakt bei diversen viralen Erkrankungen wie Herpes oder dem Epstein-Barr-Virus. Süßholzextrakt kann Herpesviren sogar dann unschädlich machen, wenn sie sich im Schlummerzustand befinden, indem er die Tarnung der versteckten Viren auffliegen lässt [4]. Das löst ein Schutzprogramm bei den befallenen Zellen aus und es kommt zur Apoptose, dem programmierten Zelltod, bei dem sich die Zelle selbst zerstört. Dies funktioniert nicht nur bei Herpes, sondern auch bei den mittlerweile weitverbreiteten Epstein-Barr-Viren [5], die mit diversen Stoffwechselstörungen von Leber und Schilddrüse sowie mit Immunschwächen in Verbindung gebracht werden.

Weil der Süßholzextrakt im Körper die Produktion von Interleukin 10 (ein Protein, das im Körper Entzündungsreaktionen hemmt) erhöht, eignet er sich auch zur Vorbeugung, da damit generell die Abwehrfunktionen gegen Viren sowie andere erregerbedingte, chronische Entzündungssituationen verbessert werden. Dies zeigt eine weitere Studie auf, welche die Behandlung von Herpeserkrankungen mittels Glycyrrhizinsäure zum Gegenstand hatte. Dabei zeigte sich, dass es dem Körper durch die Reaktivierung des Immunsystems gelingt, einen chronischen Herpes-Infekt anzugreifen, ohne dabei eine Überreaktion in Form autoimmuner Entzündungen auszulösen. [6]

Bereits 1990 wurde eine Studie über das Präparat „Stronger Neominophagen C” (ein als Infusion aufbereitetes Glycyrrhizinsäure-Präparat) veröffentlicht. Darin wird dem Produkt eine beachtliche Wirkung in der Behandlung von Leberfunktionsstörungen im Rahmen von HIV-Erkrankungen zugesprochen [7]. Es existieren auch Studien über ausgezeichnete Wirkungen bei Hepatitis B und C.

Hinweise zur Selbstmedikation
Bei langfristiger und hoher Einnahmemenge von 600mg Glycyrrhizinsäure und mehr pro Tag kann es zu einem Anstieg des Cortisolspiegels sowie durch Veränderungen des Natrium- und Kaliumspiegels zu Symptomen wie Wassereinlagerungen, Muskelschwäche, Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen kommen. Diese Symptome verschwinden zwar nach dem Absetzen des Heilmittels sehr schnell. Dennoch sollte parallel zur Einnahme von Süßholzprodukten auf eine kaliumreiche Ernährung (z. B. mit Bananen, Aprikosen, Kartoffeln, Kohl- und Blattgemüse) geachtet werden. Und wie bei allen pflanzenheilkundlichen Anwendungen gilt auch für Süßholztee oder -kapseln, dass sie nach ca. 2 Monaten pausiert werden sollten.

Wenn bei Ihnen Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Kaliummangel, Diabetes, Lebererkrankungen oder Nierenfunktionsstörungen vorliegen, sollten Sie die Einnahme von Süßholzpräparaten mit Ihrem Arzt besprechen. Dies gilt ebenfalls, wenn Sie Cortisonpräparate, Abführmittel oder Medikamente für Herz-Kreislauf oder die Nierenfunktion einnehmen. Generell wird schwangeren und stillenden Frauen von der Einnahme von Süßholzpräparaten abgeraten.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die antibakterielle und antimykotische Wirkung von Süßholzextrakten schon lange nachgewiesen ist. Selbst die spezifisch antivirale Wirkung von Glycyrrhizin ist in den letzten 15 Jahren häufig Gegenstand verschiedener Untersuchungen gewesen. Die Ergebnisse über die breit abgestützte Wirksamkeit, auch ganz spezifisch in Bezug auf die Coronavirus-Erkrankungen SARS und MERS, sind vielfach publiziert worden und Praktiker bestätigen sehr gute Ergebnisse mit diversen natürlichen Heilmittel auch bei COVID-19-Erkrankungen. Es wäre daher mehr als wünschenswert, wenn die Bevölkerung in der aktuellen Situation auch über die erfolgreichen und wirksamen Behandlungsmöglichkeiten von COVID-19 mit Naturheilmitteln informiert würde und Zugang zu diesen Therapieformen erhielte!

Quellenangaben:
[1]: https://www.welt.de/print-welt/article241758/In-Lakritze-steckt-der-SARS-Stopper.html

[2]: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/inhalt-26-2003/pharm6-26-2003/

[3]: Glycyrrhizin, an active component of liquorice roots, and replication of SARS-associated coronavirus; Cinatl J, Morgenstern B, Bauer G, Chandra P, Rabenan H, Doerr HW; Lancet. 2003 Jun 14; 361(9374): 2045-6.

[4]: Curreli F et al. Glycyrrhizic acid alters Kaposi sarcome-associated herpesvirus latency, triggering p53-mediated apoptosis in transformed b lymphocytes. The Journal of Clinical Investigation. 2005; 115(3): 642-651.

[5]: Mechanism of action of glycyrrhizic acid in inhibition of Epstein-Barr virus replication in vitro; Lin JC; Antiviral Res. 2003 Jun; 59(1): 41-7.

[6]: Glycyrrhizin enhances interleukin-10 production by liver dendritic cells in mice with Hepatitis; Abe M, Akbar F, Hasebe A, Horiike N, Onji M.; Gastroenterol. 2003; 38(10): 962-7.

[7]: Effects of high-dose glycyrrhizin (SNMC: stronger neominophagen C) on hemophilia patients with HIV infection; Mori K, Sakai H, Suzuki S, Akutsu Y, Ishikawa M, Aihara M, Yokoyama M, Sato Y, Sawada Y, Endo Y; International Conference on AIDS; Int Conf AIDS. 1990 Jun 20-23; 6: 394 (abstract no. 2162).