Grippe-Prävention und -Behandlung mit homöopathischen Mitteln

Noch befinden wir uns inmitten der alljährlichen Grippesaison, die derzeit ganz unter dem Eindruck des Coronavirus steht. Während Behörden und Medien täglich mit neuen Meldungen aufwarten und alle auf eine neue Impfung hoffen, spricht kaum jemand über die äußerst vielfältigen Möglichkeiten, welche uns die Naturheilkunde, insbesondere die Homöopathie, zur Prävention und Behandlung von Immunschwächen und grippalen Infekten zu bieten hat.

Bei der homöopathischen Behandlung ist zu beachten, dass nicht jedes Mittel für jeden Betroffenen oder für jedes Erkrankungsstadium geeignet ist. Die Mittel müssen daher dem Verlauf einer Erkrankung angepasst werden. Auch die jeweiligen Symptome können sich individuell unterscheiden und erfordern daher eine angepasste Mittelauswahl.
Aufgrund dieser Komplexität können wir hier nur allgemeine Angaben zum Einsatz von homöopathischen Mitteln machen.

Wie werden homöopathische Mittel eingenommen?
Generell sind für die Prävention und Behandlung von Grippe die homöopathischen Potenzen in D12 und C30 sehr geeignet. Die Mittel der meisten homöopathischen Hausapotheken sind denn auch meistens in diesen Potenzen gehalten. Eine Einzelgabe besteht in der Regel aus 5 Globuli, die alle 2 Stunden direkt in den Mund gegeben werden. Sobald eine Besserung eintritt, kann man mit der Einnahme des Mittel aufhören. Bei einem Wiederauftreten der Beschwerden kann das Mittel erneut gegeben werden. In akuten Fällen darf die Dosis auch alle 15-30 Minuten gegeben werden. Bei leichten Beschwerden hingegen wird die Medikation nur 1 – 2 Mal täglich verabreicht, am besten morgens und abends. Tritt keine Besserung auf, sollte ein erfahrener Homöopath zu Rate gezogen werden.

 

 

Welche Mittel können zur Grippevorbeugung eingesetzt werden?

Ferrum phosphoricum: Geeignet zur Vorbeugung von grippalen Infekten, insbesondere wenn sich im Umfeld schon angesteckte Personen befinden. Besonders geeignet beim ersten Auftreten von entzündlichen Symptomen wie Reizhusten, Brustschmerzen oder entzündeten Schleimhäuten sowie ersten Fieberanzeichen. Das Mittel kann alle 4 bis 6 Stunden eingenommen werden.

Influencinum: Kann bereits 1 Monat vor Beginn der Grippesaison vier Mal täglich eingenommen werden. Besonders geeignet für Personen, die durch intensiven Kontakt mit vielen Menschen einem höheren Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind.

Oscillococcinum: Bekannte homöopathische Aufbereitung, die zur Vorbeugung wöchentlich einmal eingenommen wird, bei beginnender Grippe jedoch mehrmals täglich im 6-h-Abstand eingenommen werden kann.

Was kann ich tun, wenn sich bei mir erste Grippesymptome zeigen?

Aconitum / Belladonna: Angezeigt bei plötzlichem Auftreten von Grippesymptomen mit Kopf-, Hals- und Ohrenschmerzen und Fieber ohne Schwitzen (oft nach Kälteeinwirkung). Trockener Husten wird primär mit Aconitum behandelt. Das Nachfolgemittel ist oft Belladonna, besonders wenn der Patient zu schwitzen beginnt bei großer Hitze, Rötung und Pulsieren.

 

Welche Mittel können zur Behandlung von Grippesymptomen eingesetzt werden?

Rhus toxicodendron: Bei Fieber und Grippe, die durch Verkühlung, Durchzug, Kälte und Nässe hervorgerufen wurde. Eignet sich besonders bei Symptomen wie Heiserkeit, Halsschmerzen und gerötetem Rachenraum. Charakteristisch ist eine extreme Unruhe mit dauernder Lageänderung.

Mercurius solubilis: Passt besonders bei Symptomen der Mundschleimhaut, Aphten, Mundgeruch bei Hals- und Mandelentzündungen. Angina mit Schluckbeschwerden nach der Eiterbildung. Wichtig: Die Haut ist fast dauernd feucht, bei trockener Haut ist Mercurius nicht das geeignete Mittel.

Natrium muriaticum: Bei Niesen und Schnupfen mit klarem Schleim, mit Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns sowie Appetitverlust.

Ipecacuanha: Bei Husten mit Brechreiz, Engegefühl in den Bronchien und Bronchialkatarrh mit zähem Auswurf. Passt auch bei Keuchhusten und Erstickungsgefühl beim Husten. Ununterbrochene Übelkeit und Brechreiz, wird durch Erbrechen nicht gebessert. Unaufhörlicher und heftiger Husten mit jedem Atemzug.

Hepar sulfuris: Insbesondere bei Eiterungen in Mund und Hals, Angina und Stirnhöhlenkartarrh, Lymphdrüsenschwellungen und Husten mit Erstickungsgefühl.

Pulsatilla: Besonders geeignet für Menschen, die nach viel Zuneigung (besonders in der Erkrankungsphase) suchen, auch bei dickem grünem oder gelbem Auswurf. Auch bei schnell auftretenden Ohrenschmerzen und verstopfter Nase.

Arsencicum album: Bei Grippe mit wässrigem Schnupfen, der sich im Verlauf zu hartem, gelbem Schleim wandelt. Kann mit Hals- und Lungenschmerzen einhergehen, mit festsitzendem oder sich lösendem Auswurf. Oft sind sogar Magen-Darmbeschwerden, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, Schwäche, Blässe und Durstgefühle damit verbunden. Kommt eher in den Folgestadien im Verlauf einer Grippe zum Einsatz. Charakteristisch sind die reizbare Schwäche, extreme Unruhe und brennende Schmerzen.

Gelsemium: Besonders bei einer Grippe mit Kopfsymptomen, Kopf-, Stirn-, Gelenk- und Nackenschmerzen und Abgeschlagenheit. Zittern, Schüttelfrost und Benommenheit gehören ebenfalls zum Mittelbild. „Gelsemiumgrippen” beginnen meist schleichend und bauen sich dann langsam auf. Im weiteren Verlauf sammelt sich ständig Schleim im Rachen, wodurch ein Reizhusten ausgelöst wird. Charakteristisch ist eine starke Entkräftung, oft verbunden mit Schwindel und Benommenheit.

Eupatorium perfoliatum: Passt gut bei allgemeinem Grippegefühl mit Fieber, Frösteln. Es ist bekannt als der „Knochenrenker” wegen der prompten Erleichterung bei Knochen- und Muskelschmerzen bei fieberhaften Erkrankungen. Besonders typisch ist das Zerschlagenheitsgefühl. Es führt zu Reizhusten mit einem intensiven Wundgefühl in der Brust. Der Erkrankte muss die Brust beim Husten festhalten.

Bryonia: Typisches Mittel für die „Brustgrippe”, bei stechenden Brustschmerzen, krampfartigem und schmerzhaftem Husten, mit Symptomen, die einer Lungenentzündung ähnlich sind.

Phosphorus: Kennzeichnend sind ein weniger schmerzhafter, aber tiefliegenderer Husten als bei Bryonia, mit Beteiligung der Bronchien. Sehr schmerzhafte Kehlkopfentzündungen. Der Patient kann nicht sprechen vor Schmerzen. Kalte Luft verschlimmert. Liegen auf der linken Seite verschlimmert.

Kalium bichromatum: Im fortgeschrittenen Stadium einer Erkältung, durch zähen und verkrusteten Schleim in Nase und Atemwegen kann das Atmen schwerfallen, Schleimhäute können schmerzen.

Vincetoxicum: Bei Erkältung und viralen Grippen wirkt es entzündungshemmend und reizlindernd auf Schleimhäute und Atemwege.