Weltnichtrauchertag 2019

Noch immer sterben jedes Jahr mehr als sieben Millionen Menschen auf der Welt durch das Rauchen. Auch die Tabakindustrie negiert nicht länger, dass es ihre Produkte sind, welche die Menschen töten. Nun behauptet die Industrie, Lösungen geschaffen zu haben, die das Leben von Rauchern verbessern würden. „Jeder, der abstreitet, dass Technik dazu beitragen kann, die Schädlichkeit von Tabakprodukten zu verringern, widersetzt sich dem Fortschritt und nimmt Rauchern die Chance, sich gesundheitsbewusster zu verhalten“, erklärte kürzlich der CEO von Philip Morris Schweiz, Dominique Leroux, in einem Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung. Denn Philip Morris hat eine Vision: eine rauchfreie Welt. Allerdings versteht Philip Morris darunter nicht, auf den Verkauf von Tabakprodukten zu verzichten, damit die Menschen nicht mehr rauchen. „Wenn Philip Morris International einfach aufhört, Zigaretten zu verkaufen, dann ändert das nichts. Die Raucher würden einfach zu einer anderen Zigarettenmarke greifen.“ Die „Lösung“ von Philip Morris (und auch anderen Herstellern) meint mit „rauchfrei“ schlicht Produkte, bei denen kein Rauch mehr entsteht. Weil bei Tabakerhitzern wie IQOS von Philip Morris der Tabak erhitzt statt verbrannt werde, entstünden viel weniger schädliche Chemikalien, so das Argument. Im Sinne von „Schadensminderung“ müsse bei der Präventionsarbeit der Fokus auf dem Schutz vor Verbrennungsgiften liegen statt auf der Nikotin-Abstinenz. Infolgedessen fordert Leroux, dass auch der Gesetzgeber Tabakerhitzer oder E-Zigaretten regulativ anders behandeln soll als herkömmliche Zigaretten. Damit befindet er sich übrigens auf einer Linie mit den E-Zigaretten-Herstellern, beispielsweise Juul, und auch das ist kein Zufall, den 35 Prozent der Aktienanteile von Juul gehören Altria, der Eigentümerin von Philip Morris.

Bei all dem schönen Gerede darum, den Rauchern ja bloß helfen zu wollen, darf nicht vergessen werden, dass das Rauchen immer noch so viele Todesopfer fordert, weil die Zigarettenhersteller in Schwellen- und Drittweltländern die Tabakzigaretten noch immer aggressiv bewerben. Und es geht nach wie vor um ein Produkt, dass eine der am stärksten abhängig machenden Drogen enthält, Nikotin, welches unter anderem das Risiko für Herz- und Lungenkrankheiten, Magen-Darm-Erkrankungen und eine verringerte Immunabwehr erhöht, die Fortpflanzungsfähigkeit reduziert und zu Krebs führt – und natürlich die Konsumenten bei der Stange hält. Bereits jetzt zeigt eine Vielzahl von Studien, dass weder Tabakerhitzer noch E-Zigaretten den Rauchern dabei helfen, ihre Gesundheit zu verbessern. Tabakerhitzer und E-Zigaretten produzieren ähnliche Karzinogene und Toxine wie herkömmliche Tabakzigaretten, einfach mit Dampf statt Rauch. Die Vermarktungsstrategien der Industrie und die (süßen) Aromastoffe in den E-Zigaretten führen dazu, dass das stark angeschlagene Image des Rauchens gerade wieder aufpoliert wird, leider insbesondere bei jungen Menschen.

Lassen wir uns also nicht unseren Verstand vernebeln. In unserem Fact Sheet lesen Sie, warum die Behauptungen der Tabakindustrie eben einmal mehr nichts anderes sind als Schall und Rauch. Dennoch, einer Aussage des CEOs von Philip Morris Schweiz können wir zustimmen: „Für Konsumenten, die um ihre Gesundheit besorgt sind, ist die beste Entscheidung, den Tabak- und Nikotinkonsum ganz aufzugeben – oder besser gar nicht erst damit anzufangen.“