Erster Weltbienentag am 20. Mai 2018 und das wichtige Verbot von Neonikotinoiden

Am 20. Mai 2018 findet erstmals der internationale Weltbienentag statt. Mit dem Weltbienentag soll „…durch Bildung und Aktivitäten das Bewusstsein für die Wichtigkeit von Bienen und anderen Bestäubern, die Gefahren, denen sie ausgesetzt sind sowie ihr Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung, erhöht werden.“ heißt es in dem Entschluss.

Die Initiative für diesen Weltbienentag kam aus Slowenien. Bereits seit drei Jahren setzte sich das Land dafür ein. In Slowenien hat die Bienenhaltung eine lange Tradition. Jeder zweihundertste Slowene ist Imker – der höchste Wert weltweit.  Die Wahl des Datums für den Weltbienentag geht auf den Geburtstag des slowenischen Imkerpioniers Anton Janša (1734-1773) zurück, der in Wien als Hofimkermeister von Maria Theresia neue Betriebsweisen und Bienenkästen entwickelte. Er war Rektor der weltweit ersten modernen Imkerschule und ist Verfasser zahlreicher Bücher über Bienenzucht und Imkerei.

Die endgültige Entscheidung über den Antrag zum Weltbienentag fiel am 20. Dezember 2017, bei der Generalvollversammlung der Vereinten Nationen in New York, USA. Dem Antrag hatten sich 115 Länder u.a. alle EU-Länder, Brasilien, China, Russland, und die USA angeschlossen.

Dieser Tag ist wichtig, denn es ist nicht nur die Honigbiene in ihrer Existenz bedroht, sondern alle Insekten. Neben dem voranschreitenden Aussterben von Insektenarten nimmt auch ihre Bestandsdichte dramatisch ab. In den letzten 30 Jahren ist in Europa die Individuenzahl von Insekten um bis zu 75% zurückgegangen. Das Verschwinden der Insekten hat wiederum Auswirkungen auf die Vögel, die sich zum größten Teil von Insekten ernähren, sowie auf die Bestäubung und die Artenvielfalt der Blütenpflanzen wie auch auf die Stoffumwandlung im Boden, da diese in einem ersten Schritt von Insekten geleistet wird. Die Hauptursachen für das massenhafte Insektensterben und das Verschwinden der Vögel sind bekannt: Zerstörung der natürlichen Lebensräume, fehlende Nahrungsgrundlagen, giftige Pflanzenschutzmittel und technische Strahlung.

Lesen Sie unsere Fact Sheets „Das Verschwinden der Bienenund „Der Frühling verstummt und nehmen sie an unseren Veranstaltungen am und nach dem Weltbienentag teil!

Mehr Informationen zum Weltbienentag finden sie unter www.worldbeeday.org.

Langersehntes Verbot von drei Neonikotinoiden

Slowenien, das den Antrag für den Weltbienentag gestellt hatte, verbietet seit 2011 die Nutzung von Pestiziden aus der Gruppe der Neonikotinoide und ist somit eines der ersten EU-Länder, das in dieser Hinsicht gehandelt hat. Neonikotinoide sind Nervengifte, die in ihrer Struktur stark dem Nikotin ähneln und besonders gefährlich für Bienen sind.

Im Jahr 2013 wurden in der Europäischen Union drei Wirkstoffe aus der Gruppe der Neonikotinoide (Imidacloprid, Clothianidin und Thiametoxam) nach dem Vorsorgeprinzip zum Teil verboten. Das Verbot galt nur temporär, solange bis die schädlichen Auswirkungen genauer untersucht worden sind. Die Hersteller Bayer, BASF und Monsanto klagten gegen diesen Entscheid vor dem Gerichtshof der Europäischen Union auf Schadensersatz. Das Gerichtsverfahren zog sich nun über 5 Jahre hin. Vor wenigen Wochen, am 27. April 2018, wurde in einer Abstimmung der EU-Mitgliedsstaaten endlich mehrheitlich das endgültige Verbot der bienengefährlichen Neonikotinoide beschlossen. Das Verbot gilt allerdings nur im Freiland. In Gewächshäusern dürfen die Substanzen weiterhin angewendet werden. Überdies gilt das Verbot nur für die drei genannten Wirkstoffe. Viele andere Wirkstoffe aus der Gruppe der Neonikotinoide, denen offiziell noch keine direkte Bienenschädlichkeit nachgewiesen wurde, finden im Freiland weiterhin Verwendung.

Auch wenn das Freilandverbot jener drei Neonikotinide ein wichtiger Schritt für den Umweltschutz ist, gilt es weiterhin wachsam zu sein! Die Pestizid-Verbote ändern auf Dauer nicht viel, denn es werden ständig neue Pestizide entwickelt und zugelassen, die schnell den Platz der verbotenen Substanzen ausfüllen. Die EU-weite Verlängerung der Zulassung des Herbizids Glyphosat, im November 2017, zeigte, wie viel Einfluss die Lobby der Agrarchemiefirmen hat. Die Zulassung wurde verlängert, obwohl der Wirkstoff als „möglicherweise krebserregend“ bewertet wurde und die Vielfalt der wilden Blütenpflanzen und somit auch die Lebensgrundlage der Bienen bedroht.

Es gilt also weiterhin wachsam und aktiv zu sein. Es bedarf Ihrer Anstrengung, die Menschen über die gefährlichen Auswirkungen von Pestiziden zu informieren und eine pestizidfreie Landwirtschaft zu fordern. Es braucht ein Verständnis dafür, dass Pestizide im Stoffkreislauf mehr Schaden anrichten, als sie einen Nutzen bringen und dass sie überflüssig sind in einer vielfältigen Landwirtschaft in welcher Insekten als Nützlinge und „Mitarbeiter“ gefördert werden.