Afrika: Abladeplatz für gentechnisch veränderte Organismen (GVO)

Nebst vielen anderen Wohltätigkeitsorganisationen treibt die Bill und Melinda Gates Stiftung [1] den Anbau von genetisch modifizierten Saaten in Afrika voran und handelt somit als Sprachrohr für die Hersteller von GVO-Saatgut wie DuPont, Arcadia Biosciences und Monsanto. Schon zu lange wird von Biotechnikern, Biotech- und Chemieunternehmen, Wohltätigkeitsorganisationen und Regierungen auf der ganzen Welt die Lüge verbreitet, dass genetisch modifizierte Saaten die Lösung gegen den Welthunger seien. Dies ist deshalb eine Lüge, weil es bereits genügend Lebensmittel gibt um 14 Milliarden Menschen auf dem Planeten zu ernähren und daher ist das Argument, dass genmanipulierte Saaten notwendig seien, falsch. 30-40% der in der westlichen Welt produzierten Nahrungsmittel werden weggeworfen; das hält sowohl die Nachfrage wie die Preise hoch, was bedeutet, dass sich viele Menschen auf der Welt kein Essen leisten können [2].

Der Anbau von genmanipuliertem Mais und Soja in Südafrika hat zur Verarmung der Bauern geführt, da die Ernten misslangen. Bauern, die sich für GVO entscheiden, stecken in Verträgen fest, die ihnen keine andere Wahl lassen als zu akzeptieren, was immer der Produzent des GVO-Saatgutes ihnen vorschreibt [3]. Überall auf der Welt (in Indien, Argentinien, Afrika) gehen Bauern Bankrott, weil sie an den Saatgut-Hersteller gebunden sind. Es ist gewissermaßen eine Form von vertraglicher Knechtschaft. Im Gegensatz dazu sind diejenigen Landwirte in Afrika, die darin geschult wurden, ihre Saaten in agrar-ökologischer Weise (biologisch mit oder ohne Zertifizierung) auf kleinen Höfen vor Ort anzubauen, sehr erfolgreich und erreichen Erntesteigerungen von teilweise mehr als hundert Prozent [4].

Obwohl gentechnisch hergestellte Saaten in der Vergangenheit immer wieder gescheitert sind und die Gesundheitsrisiken bekannt sind, werden immer noch große Anstrengungen unternommen, um GVO in Afrika zu etablieren. Biotech-Unternehmen gehen mit Wohltätigkeitsorganisationen Partnerschaften ein und unterstützen sie finanziell, damit sie gentechnisch veränderte Organismen als Mittel zur Bewältigung des Klimawandels [5] und zur Ernährung der Hungernden anpreisen. Wohltätigkeitsorganisationen wie die Gates Stiftung verfügen über riesige Geldmittel und Einfluss. Die Gates Stiftung hält 500’000 Aktien im Wert von zirka 50 Millionen US-Dollar (zum Zeitpunkt der Textverfassung) an Monsanto [6]. Daher hat die Gates Stiftung aus Rentabilitätsgründen ein starkes Interesse daran, die Produkte von Monsanto zu fördern. Selbst wenn sowohl Bill wie auch Melinda Gates gentechnisch veränderte Organismen für sicher halten, beweisen unabhängige wissenschaftliche Untersuchungen, dass dies nicht der Fall ist. Man weiß, dass genetisch manipulierte Nahrungsmittel toxisch, unnatürlich und in Kombination mit den dazugehörenden Pestiziden, die benötigt werden, um alles Leben außer dem genetisch hergestellten Saatgut zu vernichten, tödlich sind [7]. Die Gates Stiftung erhält hohe Spenden von rund 31 Milliarden US-Dollar von Warren Buffett, einem ihrer Bevollmächtigten [8], und arbeitet mit der Behörde der Vereinigten Staaten für internationale Entwicklung (United States Agency for International Development, USAID) zusammen, um GVO zu fördern [9]. Hersteller wie Monsanto „spenden“ eine gewisse Menge an gentechnisch verändertem Saatgut um damit einen humanitären Auftrag zu erfüllen, was eine reine Lüge ist. Ihr einziges Motiv ist der Verkauf ihres Produkts [10].

Andere bekannte Stiftungen wie die Clinton Foundation führen Wohltätigkeitsprojekte in Tansania, Malawi und Ruanda durch um die Landwirtschaft und landwirtschaftliche Methoden für größere Ernten voranzutreiben [11]. Monsanto und Dow Chemical, Großproduzenten von GVO-Saatgut und tödlichen Pestiziden, leisten Beiträge an die Clinton Stiftung [12], und Hillary Clinton unterhält seit langem enge Verbindungen zu Monsanto und der Biotech-Industrie [13]. Außerdem gibt es im Landesinnersten von Tansania Uranium-Minen, so in Nord-Bahi. Diese Mine gehört Uranium One, das ursprünglich von Frank Giustra initiiert worden war, der im Verwaltungsrat der Clinton Stiftung sitzt [14]. Giustra investierte Millionen in die Clinton Foundation, nachdem sein Unternehmen Hilfe von den Clintons erhalten hatte um sich einen Vertrag für den Uraniumabbau in Kasachstan zu sichern [15].

Es besteht enormes Interesse an den Rohstoffquellen Afrikas, welches als ein großer Markplatz angesehen wird. Biotech-Produzenten wie Monsanto, die eine schändliche Geschichte haben, wird nirgends vertraut und ebenso wenig ihren Produkten. Afrika will und benötigt keine gentechnisch manipulierten Saaten oder solches Getreide. Aus diesem Grund benutzen Monsanto und ihresgleichen Stiftungen wie die Gates Foundation und spenden an diese, um Politiker und Bauern in afrikanischen Ländern davon zu überzeugen, dass ihre GVO-Produkte unerlässlich für das menschliche Überleben sind. Nicht alle afrikanischen Staaten akzeptieren GVO oder die Avancen solcher Stiftungen. Aufgrund dokumentierter, berechtigter gesundheitlicher Bedenken hat Kenia gentechnisch veränderte Organismen im Jahr 2012 verboten. Die Gates Stiftung hat Kenia an vorderster Front bedrängt, dieses Verbot aufzuheben, zusammen mit Monsanto, dem USAID und dem Ministerium des Vereinigten Königreichs für internationale Entwicklung (Department for International Development, DFID) [16]. Das DFID hat Kenias Agentur zur Förderung der Biotechnologie finanziert, die African Agricultural Technology Foundation [17].

Von „wohltätigen“ Stiftungen und anderen, wie beispielsweise der Howard G. Buffett Foundation, Sohn von Warren Buffett [18], werden afrikanische Regierungen unter Druck gesetzt, genmanipulierte Saaten zu akzeptieren und anzubauen. Tatsächlich wird das als „The African Seed Scramble” (ungefähr: Das afrikanische Samen-Gedrängel) bezeichnet, da Monsanto, DuPont, Syngenta und andere sich drängeln um die Kontrolle über den afrikanischen Saatgut-Markt zu gewinnen, dessen Wert auf mindestens 750 Millionen US-Dollar geschätzt wird, wobei Mais allein rund 500 Millionen Dollar wert sein soll [19]. In den Vereinigten Staaten von Amerika ist Mais eines der bedeutendsten Gentech-Getreide, da über 90 Prozent des angebauten Maises gentechnisch verändert ist. Kein Wunder, dass amerikanische und europäische Unternehmen an die Türen Afrikas hämmern.

 

Was tut die Gates Stiftung namentlich um GVO in Afrika zu fördern?

Unter dem Vorwand der humanitären Arbeit, um afrikanische Bauern und ihre Familien ernähren und ausbilden zu helfen, wie auch um den agro-biotechnischen Bereich in Afrika auszubauen, flossen Millionen von Dollar an Biotech-Organisationen, in Biotech-Versuche und -Projekte um die Kultivierung von GVO anzukurbeln. Die Gates Stiftung preist GVO offen als die Lösung gegen den Hunger in Afrika an. Im November 2015 spendete sie 6 Millionen Dollar an das International Food Policy Research Institute (Internationales Forschungsinstitut für Nahrungsmittelpolitik, IFPRI) [20] “für die Unterstützung der Anstrengungen afrikanischer Regierungen zur Ausarbeitung und Implementierung von Strategien und Bestimmungen, die es bäuerlichen Kleinbetrieben erleichtern und sie darin bestärken Biotech-Saaten einzusetzen um ihre Nahrungsmittelsicherheit, Ernährung und ihren ökonomischen Status zu verbessern” [21].

Die Gates Foundation hat viele Studien finanziert zur Entwicklung von genetisch manipulierten Saaten wie beispielsweise Maniok (diverse Projekte, fast 27 Millionen Dollar) [22]; Sorghum (21 Millionen Dollar) [23]; Süßkartoffeln (zwei Zuwendungen zu insgesamt 41 Millionen Dollar) [24].

In Afrika wird die GVO-Forschung stark vorangetrieben. Zu den “Ländern, welche die GVO-Forschung in Bezug auf sogenannt minderwertige Kulturpflanzen (und Reis) im Visier hat, gehören: Burkina Faso (Reis und Sorghum); Ägypten (Reis und Sorghum); Ghana (Maniok, Süßkartoffel, Reis); Kenia (Maniok, Straucherbse (im Stadium der Umwandlung und im Gewächshaus), Süßkartoffel (Umwandlung), Sorghum, Hirse – wobei Informationen in Bezug auf GVO-Forschung für dieses Getreide im Land nur spärlich vorhanden sind); Nigeria (Maniok, Reis, Sorghum); Südafrika (Maniok, diese Forschungen wurden abgebrochen, und Sorghum, wo der Forschungsstand unklar ist) sowie Uganda (Maniok, Süßkartoffel (im Gewächshaus-Stadium) und Reis)” [25].

Gentechnisch veränderte Organismen werden den afrikanischen Staaten und Völkern immer mehr aufgezwungen unter dem Vorwand, dass damit den Menschen in Afrika das einzige Mittel, sie mit der benötigten Nahrung zu versorgen, zur Verfügung gestellt werde. Es gäbe keinen anderen Ansatz außer GVO, der funktionieren könne. Wohltätige Stiftungen wie die Bill und Melinda Gates Foundation (massiv finanziert durch Warren Buffett), die Clinton Foundation und Andere arbeiten via staatliche Hilfsorganisationen in den USA, Großbritannien und Afrika um Biotech-Institute, Forschung, Ausbildung und den Verkauf von GVO-Saaten, Pestiziden sowie industrielle Anbaumethoden zu finanzieren und zu fördern, dies im Interesse der Produzenten von genmanipulierten Saatgut wie Monsanto, DuPont, Syngenta und anderen.

Die Lösung für das Hungerproblem in Afrika liegt nicht in der Technologie, sondern in der Agro-Ökologie – biologische Landwirtschaft, lokale und mittelständische Bauernbetriebe – und in verbesserten Infrastrukturen für den sicheren Transport an die Märkte. Die Forschungsresultate des Weltagrarrats (International Assessment of Agricultural Knowledge, Science and Technology for Development, IAASTD) [4] aus einer Studie, an der 400 Wissenschaftler mitgearbeitet haben, zeigen klar, dass höhere Ernten, Nahrung und ein minimaler Einfluss auf die Umwelt durch agro-ökologische Anbaumethoden erreicht werden und nicht durch GVO, für welche bislang weder eine Verbesserung der Ernten noch der Ernährung nachgewiesen wurde. Im Gegenteil: Die Ernten aus gentechnisch veränderten Organismen missraten nach den ersten zwei Anbaujahren, da die Böden aufgrund des Besprühens und Imprägnierens mit Pestiziden keine Nährstoffe mehr enthalten und durch die Gifte verseucht sind, die in die DNA der Pflanzen eingefügt wurden um sie gegen Insektizide wie Bacillus thuringiensis (das von der amerikanischen Umweltschutzbehörde, US Environmental Protection Agency, als Insektizid aufgeführt wird) resistent zu machen. Die Toxine töten die Mikroben im Boden, schaden den Regenwürmern und verringern die Funktion von Mykorrhiza-Pilzen, welche die benötigten Nährstoffe und Wasser zu den Pflanzen bringen [z.B. 26, 27]. Landwirtschaft mit GVO funktioniert in Klimazonen wie Afrika nachgewiesenermaßen nicht und überall haben GVO-Anbaumethoden den Bauern, Konsumenten und der Umwelt nichts als Elend eingebracht. Die Lösung, wie Afrika ernährt werden kann, wird bereits angewendet und ist außerordentlich erfolgreich sowie für Mensch und Natur unschädlich, und sie ist es, die es wahrhaftig wert wäre, in den afrikanischen Ländern gefördert zu werden, nämlich agro-ökologische Landwirtschaft [4]und biologische Landwirtschaft auf kleinen und mittleren Betrieben.

 

 

Quellen (in Englisch, außer [7])
[1] Die Bill und Melinda Gates Stiftung: http://www.gatesfoundation.org

[2] Genügend Nahrung für 14 Milliarden: C. Robinson, M. Antoniou, J. Fagan (2015), GMO Myths and Truths – condensed and updated third edition, Earth Open Source Ltd, p114.

[3] Ibid, p115-120.

[4] International Assessment of Agricultural Knowledge, Science and Technology for Development (IAASTD), Agriculture at a Crossroads: Synthesis Report of the International Assessment of Agricultural Knowledge, Science and Technology for Development: A Synthesis of the Global and Sub-Global IAASTD Reports. Washington DC, USA: Island Press 2009: http://www.unep.org/dewa/agassessment/reports/IAASTD/EN/Agriculture%20at%20a%20Crossroads_Synthesis%20Report%20(English).pdf

[5] Den Klimawandel “bewältigen”: Africa Science Technology and Innovation News (July 1st 2016): http://www.africasti.com/commentary/using-biotechnology-to-tackle-climate-change-agric-development

[6] Die Gates Stiftung kauft 500’000 Monsanto-Aktien: http://naturalsociety.com/bill-gates-foundation-buys-500000-shares-of-monsanto/

[7] GVO Fact Sheet: The World Foundation for Natural Science (2015), Die verdeckte Verwendung von genetisch veränderten Organismen und ihre Auswirkung auf Mensch, Tier und Natur: https://www.naturalscience.org/wp-content/uploads/2016/06/factsheet-gmo-de.pdf

[8] Warren Buffett: http://www.gatesfoundation.org/Who-We-Are/General-Information/Leadership/Executive-Leadership-Team/Warren-Buffett

[9] Die Partnerschaft zwischen der Gates Stiftung und der USAID um GVO in Afrika voranzutreiben: African Centre for Biodiversity (2016), “For Your Own Good!”, The Chicanery behind GM non-commercial ‘orphan crops’ and rice for Africa: http://acbio.org.za/wp-content/uploads/2016/04/GM-Orphan-Crops-Report.pdf

[10] Die Aktivitäten des Monsanto-Fonds in Afrika: http://www.monsantofund.org/global-impact/africa/

[11] Die landwirtschaftlichen Aktivitäten der Clinton Foundation in Afrika: https://www.clintonfoundation.org/blog/2016/06/28/agriculture-and-promise-future

[12] Die Beiträge von Monsanto und Dow Chemical an die Clinton Foundation: http://www.naturalnews.com/Clinton-Foundation-Donors-State.html

[13] Die engen Verbindungen von Hillary Clinton zu Monsanto und der GVO-Industrie: The Washington Times, Hillary’s agribusiness ties give rise to nickname in Iowa: ‘Bride of Frankenfood’ May 17 2015: http://www.washingtontimes.com/news/2015/may/17/hillary-clinton-gmo-support-monsanto-ties-spark-ba/

[14] Frank Giustra: https://www.clintonfoundation.org/about/board-directors

[15] Die Spende von Frank Giustra an die Clinton Foundation nach dem Bergbau-Vertrag: http://www.nytimes.com/2008/01/31/us/politics/31donor.html

[16] Die Gates Foundation, Monsanto und andere setzen Kenia unter Druck, das GVO-Verbot aufzuheben: http://buzzkenya.com/us-gates-foundation-monsanto-pressure-kenya-lift-gmo-ban/

[17] Das UK Department for International Development finanziert die Förderung der Biotechnologie in Afrika:
http://www.law.nyu.edu/sites/default/files/upload_documents/Kenya_GMO_220805.DOC

[18] Howard G. Buffett Foundation: http://www.thehowardgbuffettfoundation.org

[19] The African Seed Scramble: http://acbio.org.za/the-expansion-of-the-commercial-seed-sector-in-sub-saharan-africa-major-players-key-issues-and-trends/

[20] The International Food Policy Research Institute. “The aim of IFPRI research in [agriculture] is to improve overall development strategies to ensure broad-based growth in rural economies, particularly in sub-Saharan Africa”:
http://www.ifpri.org/strategic-research-area/transforming-agriculture

[21] Der 6-Millionen-Dollar-Beitrag der Gates Foundation, damit Kleinbauern auf GVO umsteigen: http://www.gatesfoundation.org/How-We-Work/Quick-Links/Grants-Database/Grants/2015/11/OPP1131119

[22] Die Finanzierung von genverändertem Maniok durch die Gates Foundation: http://acbio.org.za/wp-content/uploads/2016/04/GM-Orphan-Crops-Report.pdf p13-14

[23] Die Finanzierung von genverändertem Sorghum durch die Gates Foundation:
http://www.gatesfoundation.org/How-We-Work/Quick-Links/Grants-Database/Grants/2005/07/OPP37877

[24] Die Finanzierung von genveränderten Süßkartoffeln durch die Gates Foundation: http://acbio.org.za/wp-content/uploads/2016/04/GM-Orphan-Crops-Report.pdf p16

[25] GVO-Getreide-Versuche in Afrika: http://acbio.org.za/wp-content/uploads/2016/04/GM-Orphan-Crops-Report.pdf p17-18 (includes references in source)

[26] Glyphosat schadet der Funktion der Regenwürmer: Mailin Gaupp-Berghausen et al. (2015), Glyphosate-based herbicides reduce the activity and reproduction of earthworms and lead to increased soil nutrient concentrations, Scientific Reports 5, Article number: 12886 http://www.nature.com/articles/srep12886

[27] BT toxin stops mychorrizhae fungi working:T. Cheeke et al. (2012) Evidence of reduced arbuscular mycorrhizal fungal colonization in multiple lines of Bt maize, American Journal of Botany, vol. 99 no. 4 700-707 http://www.amjbot.org/content/99/4/700.full