Immer “angeschaltet”: Die Abhängigkeit von Sozialen Medien und E-Mail verursacht bei der Arbeit und zu Hause erhöhten Stress

Das britische Chartered Management Institute (CMI) hat einen Bericht herausgegeben, der ein Schlaglicht wirft auf die deutlich verringerte Lebensqualität von Managern, die aufgrund Sozialer Medien und E-Mail “immer angeschaltet” sind [1]. Smartphones bedeuten, dass Manager und Angestellte dem Büro nicht entfliehen können und daher pro Jahr zusätzliche 29 Tage arbeiten, womit im Endeffekt ihre jährlichen Ferientage aufgehoben werden. Über 60 Prozent der befragten Führungskräfte sagten, die Mobiltechnologie mache es schwierig von der Arbeit abzuschalten; mehr als die Hälfte von ihnen prüft berufsbezogene E-Mails außerhalb der Arbeitszeit [1].

Der Psychologe Professor Sir Cary Cooper von der Manchester Business School, Experte für Stress am Arbeitsplatz, erklärt: „Ungefähr 40% der Leute wachen auf, und das erste, was sie tun, ist, dass sie ihre E-Mails überprüfen… Bei weiteren 40% ist dies das letzte, was sie in der Nacht noch erledigen [2].”

Es ist bekannt, dass Abhängigkeit von den Sozialen Medien und E-Mail unsere Konzentrationsfähigkeit und Produktivität stört sowie unsere Kommunikationsfähigkeit und unsere Zufriedenheit, dies gilt insbesondere für Kinder und Jugendliche. Wege, um die Balance wiederherzustellen, werden auf unserer Webseite vorgestellt [3].

Einige Arbeitgeber ergreifen nun Maßnahmen, um die E-Mail- und Social Media-Flut außerhalb der Arbeitszeit zu reduzieren. Im 2012 hatte Volkswagen bei einigen seiner Angestellten die E-Mail-Server der Mobiltelefone nach Arbeitsende abgestellt [4]. Daimler erlaubt seinen Mitarbeitenden, während ihrer Ferien alle E-Mails zu löschen [5].

Stress erzeugt Entzündungen, da das Immunsystem gegenüber Cortisol desensibilisiert wird, welches in Stresssituationen produziert wird. Entzündungen sind Symptome vieler Erkrankungen wie Krebs, Diabetes, Herzkrankheiten und Demenz [6].

Sowohl in Deutschland [7] wie in Frankreich gab es Gesetzesvorstöße [8], um geschäftliche E-Mails außerhalb der Arbeitszeiten zu verbieten, damit der Stress für die Arbeitskräfte reduziert wird. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis diese rechtskräftig werden, da jährlich Millionen Arbeitstage aufgrund stressinduzierter Erkrankungen verloren gehen [9].

 

 

Quellen:

[1] CMI Bericht: http://www.managers.org.uk/insights/research/current-research/2016/january/quality-of-working-life

[2] BBC News online: “Is tech addiction making us far more stressed at work?” [„Sind wir bei der Arbeit durch die technischen Abhängigkeiten viel mehr gestresst?“], 13. Juni 2016, http://www.bbc.co.uk/news/business-36517644

[3] WFNS Internet und Soziale Medien: https://www.naturalscience.org/topics/health/internet-social-media/

[4] Volkswagen stellt die E-Mail-Server ab: http://www.bbc.co.uk/news/technology-16314901

[5] Daimler-Angestellte löschen während der Ferien geschäftliche E-Mails: http://www.bbc.co.uk/news/magazine-28786117

[6] Wie Stress den Körper beeinträchtigt: http://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2016/04/10/how-stress-affects-body.aspx

[7] Deutschland schlägt ein Verbot von E-Mails nach der Arbeitszeit vor: https://www.theguardian.com/technology/2014/aug/29/germany-anti-stress-law-ban-on-emails-out-of-office-hours

[8] Frankreich schlägt ein Verbot von E-Mails nach der Arbeitszeit vor: https://www.washingtonpost.com/news/the-switch/wp/2016/05/12/france-might-pass-a-law-that-makes-it-illegal-to-send-after-hours-work-emails/

[9] Stressbedingte Arbeitstagsverluste: http://www.express.co.uk/news/uk/661672/Mental-health-crisis-45-million-working-days-LOST-stress-anxiety-depression