Bestäubende Insekten sind weltweit gefährdet

Den Bienen, Hummeln und anderen Insekten geht es zunehmend schlechter. Ein beträchtlicher Teil der weltweiten Landwirtschaftsproduktion hängt jedoch von der Bestäubung durch genau diese Lebewesen ab. Nur mithilfe der Bienen und anderer Bestäuber-Insekten ist die Erzeugung von landwirtschaftlichen Produkten im Wert von fast 580 Milliarden US-Dollar pro Jahr möglich; dies zeigt der kürzlich erschienene, erste globale Bericht des 2012 gegründeten Weltrates für Biologische Vielfalt (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES)).

Der von einem 77-köpfigen, internationalen Expertengremium zusammengestellte Bericht stützt sich auf rund 3‘000 wissenschaftliche Quellen und berücksichtigt Erfahrungswerte aus über 60 Ländern. Es ist die erste globale Bestandsaufnahme über Bestäuber. Aus dem Bericht geht hervor, dass rund 90% aller Wildpflanzen sowie drei Viertel aller Lebensmittelsaaten die Bienen und andere Tiere – darunter sogar Kolibris und Fledermäuse – zur Bestäubung benötigen. Doch sind weltweit 16,5 Prozent der bestäubenden Wirbeltiere sowie in einigen Regionen bis zu 40 Prozent der wirbellosen Bestäuber, deren bekanntester Vertreter die Honigbiene ist, vom Aussterben bedroht.

Dies führt dazu, dass global die Nahrungsmittelsicherheit zunehmend gefährdet sei, warnt der Weltrat für Biologische Vielfalt in seinem Bericht. Es bestehe eine direkte Verbindung zwischen der Gesundheit der Bestäuber und unserem eigenen Wohlergehen.

Die Bedrohung ist menschgemacht

Es gibt verschiedene Faktoren, die den Bestäubern zusetzen. Fast alle hat der Mensch zu verantworten. Insbesondere die Abkehr von traditionellen landwirtschaftlichen Methoden hin zur industriellen Landwirtschaft mit dem Einsatz von Pestiziden (vor allem Neonikotinoiden) und Gentechnik sowie mit Monokulturen, die den Bestäubern zu wenig Nahrung bieten, ist hier zu erwähnen. Durch den globalen Bienenhandel kommt es im Fall der Honigbienen zu Problemen wie Parasiten und anderen Krankheiten.

In seinem Bericht äußert sich der Weltrat für Biologische Vielfalt zuversichtlich, dass es noch nicht zu spät sei, diese bedrohliche Entwicklung zu stoppen und eine Wende herbeizuführen. Er empfiehlt den politischen Entscheidungsträgern hauptsächlich traditionelle, nachhaltige Agrarmethoden zu unterstützen, den Pestizideinsatz stark einzuschränken sowie für biologische Vielfalt zu sorgen, auch, indem sowohl in ländlichen wie in urbanen Gegenden mannigfaltige Lebensräume für Bestäuber eingerichtet werden.

 

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel:
http://www.srf.ch/wissen/natur-umwelt/bienen-und-co-wichtige-helfer-der-bauern-sind-bedroht

Pressemitteilung des Weltrats für Biologische Vielfalt (in Englisch):
http://www.ipbes.net/article/press-release-pollinators-vital-our-food-supply-under-threat