Ärzte raten von Mammografie-Screening ab

Systematische Brustkrebs-Screenings richten mehr Schaden an, als dass sie nützen: Das Swiss Medical Board rät vom systematischen Mammografie-Screening in der Schweiz ab.

Bislang wurde Frauen über 50 empfohlen, alle zwei Jahre die Brüste zur Krebs-Frühdiagnose röntgen zu lassen.  In vielen Kantonen ist diese Praxis gang und gäbe, doch seit Jahren wird in der Schweiz und in anderen Ländern über den Nutzen dieser Programme gestritten.

Dieses sogenannte Mammografie-Screening wurde nun vom Swiss Medical Board – ein hochkarätiges Fachgremium, getragen von der Ärzteschaft FMH, der Akademie SAMW und der Gesundheitsdirektorenkonferenz GDK (SMB) kritisch hinterfragt und die Wirksamkeit und der Nutzen anhand von Studien wissenschaftlich untersucht und analysiert. Der 83-seitige, am Sonntag, den 2. Februar 2014 publizierte Bericht, kommt zum ernüchternden Schluss, dass die Programme mehr Schaden anrichten als den Frauen zu helfen! «Es wird nicht empfohlen, systematische Mammografie-Screening-Programme einzuführen», so die Autoren der Studie.

Seit langem ist bekannt, dass Röntgenstrahlung das Krebsrisiko erheblich erhöht. Eine bereits 2004 veröffentlichte Studie aus Oxford kommt zu dem Ergebnis, dass in Grossbritannien etwa 0.5% der Krebsmortalität durch Röntgendiagnostik hervorgerufen werde. Das Deutsche Magazin „Der Spiegel“ griff diese Studie auf und thematisierte die Problematik in einem ausführlichen Artikel.

Stress durch Fehlbefunde
Laut Übersichtsstudien von Befürwortern kommt auf tausend Frauen, die sich regelmässig röntgen lassen, im Laufe von zehn Jahren ein Todesfall, der durch Früherkennung hätte verhindert werden können, jedoch sterben vier der gescannten Frauen trotzdem an Brustkrebs.

Die Experten des SMB anerkennen zwar, dass dank der Tests die Mortalität leicht abnimmt. Sie halten aber fest, dass es bei rund jeder zehnten Frau zu «Fehlbefunden, die zu weiteren Abklärungen und zum Teil zu unnötigen Behandlungen führen», komme.

Problematisch sind vor allem auch die 10% der «falsch positiven Befunde». Dabei handelt es sich um Fälle, in denen Radiologen einen möglichen Krebsherd ausmachen, wo keiner ist! Diese falsch-positiven Befunde ziehen Angstzustände und Schlafprobleme nach sich, wirken sich  negativ auf das Sexualleben aus und werden im schlimmsten Fall zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung.

Die Studie dürfte nun hohe Wellen werfen. Mehrere Kantone, darunter Basel-Stadt und Bern haben gerade begonnen mit dem Programm, das Frauen ermutigt, systematisch Mammografie-Screenings zu machen!

Es geht nicht darum, grundsätzlich gegen Mammografien zu wettern, sondern um das Missverhältnis von Schaden und Nutzen des flächendeckenden Programms, welche alle Frauen zwischen 50 und 70 Jahren auffordert, ihre Brüste alle zwei Jahre röntgen zu lassen. Die Krebsliga (welche den „Pink Ribbons Charity Walk“ und die Gönneranlässe während des „Breast Cancer Awareness Month October“ unterstützt/initiiert), findet die Kritik des Swiss Medical Board am Programm „unverständlich“. Doch es ist an der Zeit, die Frauen aufzuklären, was sie tatsächlich tun können, um gesund zu bleiben. Und dazu gehören immer alle Ebenen von Körper, Seele und Geist, inklusive keine Bügel-BH’s tragen, weniger Plastik verwenden, keine künstlichen Hormone anwenden, eine stabile emotionale Balance anstreben, eine gesunde und ausgewogene Ernährung, viel Bewegung und Sonnenlicht, etc. Die Heilung sowie die Vorbeugung liegen in uns selbst! (Anm. d. Red.)

The World Foundation For Natural Science trägt mit der Broschüre “Brustkrebs, echte Vorsorge ist möglich” ebenfalls aktiv dazu bei, die Menschen aufzuklären. Sie finden die Broschüre zum Herunterladen direkt hier.

Veröffentlicht am in der Kategorie Gesundheit