Agroforstwirtschaft – Die Symbiose leben

José de Almeida, Diplom Agraringenieur, Lima, Peru

 

José de Almeida erinnerte mit seinem schwungvollen Kurzreferat die Zuhörerinnen und Zuhörer daran, dass die Menschen ein integraler Bestandteil der Natur sind und dass zwischen Mensch, Tier und Natur eine Beziehung von gegenseitigem Respekt notwendig ist. Mit geschickten Fragen brachte er die Kongressteilnehmer zum Nachdenken über ihr eigenes Konsumverhalten und schließlich zur Erkenntnis, dass sie als Konsumenten mit ihren Kaufentscheidungen eine Mitverantwortung tragen.

Der Referent berichtete von seinen Erfahrungen und Beobachtungen in seinem Heimatland Peru, einem Exportland für viele Produkte wie beispielsweise Kaffee und Avocado. Zur Bedienung der globalen Märkte wird dort weiterhin kleinteilige Landwirtschaftsfläche umgestaltet oder manchmal sogar tropischer Regenwald komplett gerodet, um stattdessen große Monokulturen anzubauen. Die Folgen sind der Verlust von Lebensraum und Artenvielfalt, was unter anderem zu einer verheerenden Ernährungskrise für die einheimische Bevölkerung führte.

José de Almeida stellte die schon seit Jahrhunderten praktizierte Agroforstwirtschaft als eine ökologische und zukunftsfähige Alternative zur von Profitgier getriebenen Monokultur vor. In der Agroforstwirtschaft werden Ackerbau, Tierhaltung und Forstwirtschaft auf derselben Fläche betrieben, mit dem Ziel der Herstellung einer Symbiose zwischen Tier und Pflanzenwelt, der Verbesserung der Biodiversität und der Erreichung eines „Agroökosystems“, einem natürlichen Gleichgewicht zwischen Landwirtschaft und Natur.

Schließlich stellte der Referent den Zuhörern einige beeindruckende Erfolgsprojekte in Peru vor, in welchen das Konzept der Agroforstwirtschaft nicht nur vermittelt, sondern auch praktisch gelebt wird. Er beendete seinen Vortrag mit einem berührenden Plädoyer über die Liebe zur „Pachamama“, was in Quechua, einer der alten Sprachen der Andenvölker, „Mutter Erde“ bedeutet.

 

21. Oktober 2022, Hotel Mövenpick, Regensdorf