VOIP Produkte gefährden die Gesundheit!

Aufgrund von Fehlinformation der Telefonanbieter stellen Hunderttausende von Schweizer Kunden auf Funktelefone um. Die gute Nachricht: Das ist unnötig, denn die vorhandenen analogen und kabelgebundenen Telefone können weiterverwendet werden.

2013 hat Swisscom damit begonnen, die herkömmliche Festnetztelefonie auf das Internet Protokoll (IP) umzustellen; ab Anfang 2018 erfolgt dann der vollständige Wechsel der Anschlüsse von der analogen auf die digitale Technologie.

Die Telefonanbieter bewerben diese Umstellung mit den neuen Möglichkeiten, welche diese moderne Technologie bietet. So können beispielsweise unerwünschte Werbeanrufe gefiltert und personalisierte Sperrlisten eingerichtet werden. Zudem soll auch die Sprachqualität besser sein.

Die Telefonanbieter tun so, als ob es keine andere Möglichkeit gäbe, um die neue Technologie zu nutzen, als den gesundheitsschädigenden DECT-Funkstandard zu verwenden. Die Umstellung wäre grundsätzlich einfach. Das vorhandene analoge, kabelgebundene Telefon wird einfach an der Internet-Box (Router) angeschlossen, welche das digitale Signal in ein analoges wandelt. Dieser Router wird normalerweise von den Telefonanbietern zur Verfügung gestellt.

   

Briefe an Swisscom und Sunrise mit der Aufforderung
kabelgebundene Alternativen anzubieten

Wer allerdings von allen Vorteilen der Internet-Telefonie profitieren will, kann sein altes Analogtelefon nicht mehr nutzen und muss sich ein neues IP-Telefon anschaffen. Dies wäre an sich unproblematisch, würden die Telefonanbieter ein Angebot bereitstellen, das nicht auf der gesundheitsschädigenden, digitalen Funktechnologie DECT basiert.

Bei der gelieferten Internet-Box ist jedoch nur der Anschluss für IP-Telefone, die auf dem DECT-Funkstandard basieren, vorgesehen. Den Kunden werden Produkte angeboten, ohne dass sie über die gesundheitsschädigenden Aspekte informiert werden. Eine gleichwertige kabelgebundene Option, die der Gesundheit nicht schadet, wird nicht offeriert.

Wie in Fachkreisen allgemein bekannt ist, senden DECT-Telefone noch stärkere Signale aus als moderne Mobiltelefone1. Aus diesem Grund ist damit zu rechnen, dass gesundheitliche Schäden insbesondere im Kopfbereich entstehen können oder zumindest gefördert werden2, wie dies auch bei Mobiltelefonen der Fall ist. Kommt hinzu, dass Telefongespräche zu Hause oft viel länger dauern, als wenn unterwegs auf dem Mobilfunknetz telefoniert wird. Das Bewusstsein der Menschen über die gesundheitsschädigenden Folgen des Mobiltelefons ist im Gegensatz zum Funktelefon vorhanden.

Im April dieses Jahres hat ein italienisches Gericht den Tumor eines Telecom-Angestellten als Berufskrankheit anerkannt3, da dieser täglich mit dem Mobiltelefon telefoniert hatte. In diesem Zusammenhang hat das Gericht zudem festgehalten, dass Handystrahlen gemäß wissenschaftlichen Studien, Krebs verursachen können.

Im Folgenden sind einige dieser Studien aufgeführt:
  • 05/2016 Bei einer groß angelegten, sorgfältig aufgebauten Studie der US-Regierung haben Forscher einen Zusammenhang zwischen Handystrahlung und Tumorwachstum gefunden.4
  • 01/2016 Die Schweizer Hermes-Studie an 439 Jugendlichen kommt zum Schluss: „Angesichts der Unsicherheiten über gesundheitliche Auswirkungen und unseren Hinweisen auf Auswirkungen auf die Merkfähigkeit der Jugendlichen ist es grundsätzlich sinnvoll, die Strahlenbelastung möglichst gering zu halten.“5
  • 05/2015 Über 220 Wissenschaftler aus 41 Nationen haben einen Appell an die UN, die UN-Mitgliedstaaten und die WHO eingereicht, in welcher sie besser schützende Grenzwerte für elektromagnetische Felder und drahtlose Funktechnologien fordern.6
  • 05/2015 Prof. Dr. Michael Hässig, Veterinärmediziner am Tierspital der Universität Zürich, hat nachgewiesen, dass Handystrahlung Auswirkungen auf den Organismus von Kühen hat.7
  • 05/2015 In einer Studie an Mäusen konnten der Biologe Prof. Dr. Alexander Lerchl und sein Team nachweisen, dass durch krebserregende Substanzen verursachte Tumorraten deutlich erhöht sind, wenn die Tiere lebenslang elektromagnetischen Feldern, wie sie etwa Mobiltelefone erzeugen, ausgesetzt wurden. Zudem wurden einige der Effekte auch bei Feldstärken unterhalb der bestehenden Grenzwerte gefunden.8

WAS TUN?

Wer auf die gesundheitsschädigenden Funktelefone verzichten will, hat folgende Möglichkeiten:

  1. Die einfachste und wohl billigste Möglichkeit ist die Weiterverwendung der „alten“, kabelgebundenen Telefonapparate (analog oder ISDN). Vergewissern Sie sich, dass Ihnen Ihr Telefonanbieter einen Router zur Verfügung stellt, an dem analoge oder ISDN-Telefone angeschlossen werden können. Falls er dies nicht kann oder will, wechseln Sie den Telefonanbieter – es gibt genügend Alternativen.
  2. Wollen Sie alle Vorteile der neuen Technologie nutzen, empfiehlt es sich, moderne, kabelgebundene IP-Telefone zu kaufen, die das SIP-Protokoll unterstützen. Diese Geräte werden wie ein Computer direkt an das Internet angeschlossen. Um telefonieren zu können, müssen Sie einen Kommunikationsanbieter aussuchen, der Ihnen die individuellen SIP Credentials (Server-Adresse, Login und Passwort) zur Verfügung stellt. Sobald ein Gerät mittels den SIP Credentials in Betrieb genommen wurde, können Sie diese SIP Credentials weltweit mit der jeweiligen Festnetznummer verwenden. Es gibt immer mehr Kommunikationsanbieter, die diesen Dienst offerieren.

Weitere Fragen werden gerne von unseren Experten beantwortet.

 

Referenzen:
  1.  https://de.wikipedia.org/wiki/Sendeleistung#cite_note-2, Zugriff 12.07.2017
  2.  Vgl. dazu das Abstract (Kurzfassung) von Alexander Lerchl et al. unter http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/ S0006291X15003988, Zugriff am 12.07.2017. Ebenfalls veröffentlicht durch das Bundesamt für Strahlenschutz, zusammengefasst durch Dr. Melanie Klose, Teilnehmerin am Forschungsprojekt. http://doris.bfs.de/jspui/handle/urn:nbn:de: 0221-2015031812720, Zugriff am 12.07.2017
  3. https://www.nzz.ch/panorama/aktuelle-themen/gehirntumor-durch-handy-gericht-in-italien-erkennt-tumor-durch-handy-als-berufskrankeit-an-ld.1288036, Zugriff 12.07.2017
  4.  http://biorxiv.org/content/early/2016/06/23/055699, Zugriff am 12.07.2017
  5.  https://www.srf.ch/content/download/9555950/110860185/version/2/file/Newsletter_Schulen_HERMES1.pdf Zugriff 12.07.2017
  6. https://emfscientist.org/, Zugriff 12.07.2017
  7. http://www.schweizamsonntag.ch/ressort/nachrichten/handystrahlung_veraendert_blutwerte_bei_kuehen/, Zugriff 12.07.2017
  8. http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0006291X15003988, Zugriff 12.07.2017